Intrinsische Motivation entfesselt Kreativität und Lernbereitschaft

Intrinsische Motivation entfesselt Kreativität und Lernbereitschaft

Written on 10.02.2022
Timon Dürr


Die Welt von heute bietet uns Menschen zu jedem Lebensthema eine nahezu unbegrenzte Auswahl an Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung. Längst hat unsere Gesellschaft und der wissenschaftliche Fortschritt ein immer engmaschigeres Sicherheitsnetz geschaffenk, um die Befriedigung unserer Grundbedürfnisse zu schützen. Doch die Menschheitsgeschichte hat gezeigt, dass wir uns kaum mit dem Status Quo zufrieden geben.

Betrachtet man die Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow, sind wir im oberen Teil derselben angekommen: der Selbstverwirklichung. Wir gehen nicht einfach nur zur Arbeit des Geldes, des Images oder der Arbeitskollegen wegen. Das sind allesamt nur extrinsische Motivatoren. Der Glücks- und Motivationsforschung zufolge, streben die Menschen von heute mehr und mehr nach Sinnhaftigkeit, Kompetenz, Autonomie und Zugehörigkeit. Der War-of-Talents, Fachkräftemangel und Job-Hopping machen diese Entwicklungen sichtbar. 

Im sehr interessanten t3n Artikel von Andreas Weck wird ein neuer Ansatz der Arbeitsgestaltung dargelegt, der Lösungsmöglichkeiten für die oben beschriebene Situation zeigt. Die Kerninfos zusammengefasst: 

- Begründer der Arbeitswissenschaft Frederick Winslow Taylor ging zu Beginn des 20. Jahrhunderts davon aus, dass Arbeit keinen Spaß machen könne, wodurch eine Kultur der extrinsischen Motivation - durch Belohnung und Überwachung - weitestgehend State-of-the-Art wurde (siehe auch Taylorismus). Dorch extrinsische Motivatoren wirken lediglich wie eine Droge - die Dosierung muss konsequent erhöht werden, da der menschliche Organismus zur Habituation (=psychologische Gewöhnung) neigt. 

- Sinnhaftigkeit und Selbstbestimmtheit - ein wichtiger Intikator intrinsischer Motivation - entsteht durch die Kongruenz mit dem eigenen Grundmotiv. Dieses setzt sich aus den eigenen Prägungen der Lebensbiographie zusammen. Er hat hierfür den Golden Circle in Kombination mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt.

- Flow - ein Zustand völliger Konzentration auf eine Sache - ist laut Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi ebenfalls eine Quelle des Glücks und der intrinsischen Motivation. Er lässt sich erreichen, indem eine Aufgabe zwei Merkmale erfüllt: eine leichte Überforderung und die maximale Ausspielung der dafür erforderlichen Fähigkeiten. 

- Ist die Arbeit jetzt noch auf die Befriedigung der drei angeborenen psychologischen Grundbedürfnisse - Kompetenz (Wunsch nach Wachstum und Lernbereitschaft), Autonomie (Verantwortungsbewusstsein) und Zugehörigkeit (gegenüber Individuen oder Dingen) - ausgerichtet, entsteht intrinsische Motivation. 

Dieser Dreiklang aus Selbstbestimmung & Sinnhaftigkeit, Flow sowie Bedürfnisbefriedigung befeuert intrinsische Motivation. Den interessanten Artikel von t3n gibt es hier nachzulesen: https://t3n.de/news/motivation-potenzial-wirklich-entfesselt-forschung-1404193/